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Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist

Über 10 Jahre ist Sam Fishers erster Einsatz nun her und die Serie „Tom Clancy’s Splinter Cell“ gehört zu eine der großen Marken aus dem Hause Ubisoft. Im neusten Teil mit dem Namensanhängsel „Blacklist“ muss der eisenharte Agent abermals ran, um die Welt und vor allem die USA vor einer weltweiten Terrorbedrohung zu schützen. Hop oder Top? Weiterlesen!

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Die Blacklist


Die Story, die das Ausrücken von Sam und seinen Freunden aus dem Geheimdienstsektor nötig macht, ist kurzum ein wenig plump. Terroristen fordern die USA auf, sämtliche Streitmächte der Supermacht aus allen Teilen der Welt abzuziehen, da es sonst hinter die Löffel gibt. In diesem Fall bedeutet das, dass die Blacklist aktiviert wird und auf jener stehen zahlreiche potenzielle Angriffsziele, die die bösen Buben in die Luft jagen wollen. Die Aufgabe von Fishers Spezialeinheit Fourth Echelon, besteht also darin, jene Ziele zu finden und entsprechende Anschläge zu vereiteln.

Die Macht aus der Luft


Die Einsatzzentrale des ganzen Unterfangens liegt diesmal weder in Langley noch in Fort Meade, sondern inmitten eines Flugzeuges mit dem vielsagenden Namen Paladin. Innerhalb des dicken Vogels würde jedem Jason Bourne, jedem James Bond und dem amtierendem NSA-Boss General Keith B. Alexander erst recht das Herz aufgehen. Hier lässt sich einfach alles finden, was einen erfolgreichen Spionage- und Kampfeinsatz möglich macht. Dazu gehört unter anderem eine attraktive Analystin und ein IT-Freak, der mit allerlei Ausrüstung und Agentenwerkzeug aushelfen kann. Obendrein befindet sich hier das sogenannte Strategic Mission Interface, von dem es sich Missionen, Mehrspielerpartien und dergleichen starten lässt.

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Buu Huu, Raubkatze oder Überfall


Vor jedem Einsatz sollte man stets einen Besuch beim bereits angesprochenen Technik-Spezialisten Charlie einplanen. Der etwas vorlaute Uniabsolvent bietet nämlich unheimlich viel nützlichen Schabernack an. Egal ob neue Lederhandschuhe, geile Stiefel, Haftkameras oder ein ferngesteuerter Tricopter: Ein Blick lohnt sich.

Je nachdemm für welchen Kampfstil man sich im Laufe des Spiels entscheidet, kann man hier auch unterschiedliche Investitionen tätigen. Der Unterschied wird zwischen Ghost, Panther und Assault gemacht. Während ersteres ein absolut lautloses, unbemerktes Vorgehen mit sich bringt, geht es bei Panther um schnelles und originelles Ausschalten der Gegner. Im letzteren Stil ist schließlich brachiales Vorgehen angesagt, das im Wesentlichen auf direkte Konfrontation mit den Widersachern baut. „Splinter Cell: Blacklist“ setzt hier aber klare Akzente auf die serientypischen Stealth-Elemente, indem Ghost zum Beispiel mit der höchsten Vergütung an Geld belohnt wird. Letztendlich wird man beim ersten Spielen einer Mission aber einen wohligen Mix aus allen drei Stilen an den Tag legen, da man wichtige Einzelheiten und Taktiken erst nach dem ersten Durchgang in Betracht ziehen kann. Genau hier liegt eben dann auch der Reiz des mehrmaligen Absolvieren des Spiels.

Aber selbst innerhalb einiger Missionen ist die Verlockung groß den letzten Speicherpunkt erneut zu laden, um den jeweiligen Auftrag unentdeckt zu erfüllen. So ist eben „Splinter Cell“, die wenigsten Spieler werden sich für Rumgeballere entscheiden, weil sich das Spiel dazu einfach zu wenig anbietet und seine Motivation aus dem verdecktem Agieren zieht. Die Befriedigung, die sich einstellt, wenn man einen Bereich durchquert, ein oder zwei Gegner überlistet hat und am Ende ungesehen davonkommt, ist schwer in anderen Spielen zu finden. Die Freiheit des ultimativen Lösungsweges liegt dabei ganz in der Hand des Spielers, er hat die Wahl: Tod den Gegnern oder nur Knockout? Den Wachhund überlisten oder eiskalt hinrichten? Bewusstlose Feinde verstecken oder liegen lassen? Luftschacht oder Regenrinne? Die Fragenliste kann noch endlos weitergeführt werden.

Splinter Cell für alle


In Sachen Schwierigkeitsgrad hat Ubisoft wirklich gute Arbeit geleistet. Während sich Einsteiger auf Normal am wohlsten fühlen werden, ist für Vertraute der Serie Perfektionist gerade genau richtig. Neulinge finden leicht ins Spiel, haben sie doch Zugriff auf viele nützliche Helferlein. Da wären das durch Wände blickende Sonar, Koffer mit frischer Munition innerhalb einer Mission oder die Möglichkeit Gegner zu markieren und darauf folgend ausschalten zu können. All jenes sucht man als Perfektionist vergeblich.

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List…


... ist genau das, worauf es in Ubisofts Antiterrorkampf ankommt. Dabei funktioniert das Deckungssystem, bei dem man von Ecke zu Ecke via Knopfdruck huschen kann, meist tadellos. Wie üblich ist Schatten der treuste Freund des Agenten und Nischen sowie dunkle Gänge ziehen ihn nur so magisch an. Feindliche Soldaten, Söldner und andere Mannen werden gerne aus der Deckung heraus in den bewusstlosen Zustand gebracht. Anschließend kann man die regungslosen Körper noch in einer Mülltonne verstecken oder anderweitig ablegen – je nach Bedarf. Neben der bloßen Manneskraft von Sam verhelfen einem die zahlreichen Gimmicks aus Qs, äh Charlies Repertoire, besagte List anzuwenden. Ein Beispiel: Ein Hund, der besser Bestie genannt werden sollte, bewacht einen Bereich. Mittels Geräusch-Emitter lässt sich der Vierbeiner auf einen Weg locken, den wir vorher mit einem Haftschocker versehen haben. Zack – schlägt unsere kleine Falle zu und der lästige Köter schlummert und träumt von rosa Pudeldamen. Das Schöne an „Blacklist“ ist, dass stets mehrere Vorgehensweisen einschlagbar sind. Somit wird der kreativen Kampfader eines Jeden freien Lauf gelassen.

Die KI der Widersacher ist wirklich klasse und nicht immer leicht zu überlisten. So wird das Verschwinden einer Wache recht schnell bemerkt, ausgeschossene Glühbirnen überprüft und sich über offen stehende Türen gewundert. Doof ist anders.

You are not alone


Neben der coolen Sau Sam Fisher mischt Isaac Briggs ab und an im Kampf mit und unterstützt den Hauptprotagonisten mit zum Beispiel gezielten Sniperangriffen. Hier und da gilt es sogar in die Rolle des Ex-CIA-Agenten zu schlüpfen. Fortan versucht einem das Spiel härteres und lauteres Vorgehen aufzuerlegen. So wechselt zum Beispiel die Kamera von der Thirdperson-Ansicht in die Egoperspektive und die Bewaffnung schlägt von Haft-EMPs und Elektroschockern auf Splitter- und Brandgranaten um.

Selbstverständlich darf bei moderner Kriegsführung eine Drohne auch nicht fehlen. Somit darf man ab und an aufs GamePad schauen, um aus der Luft größere Vehikel und Co. auszuschalten. Man kennt jenes Prozedere bereits aus „Call of Duty: Black Ops II“.

Auch ein Koop-Modus ist wieder mit an Bord und dem gemeinsamen Vergnügen vor der Glotze steht nichts im Weg. Ach nee, das war ja die Xbox 360-Version, die wir hier auch rumliegen haben, um das besagte Partnervergnügen lokal genießen zu können. Auf Nintendos Wii U hat Ubisoft nämlich den Splitscreen einfach mal weggelassen. Und kein Splitscreen heißt auch nicht, dass es einen Koop auf TV & GamePad gibt. Wer sich auf Wii U gemeinsam vergnügen will, muss sich mit dem Online-Modus, der zumindest mit Voice-Chat und einer vernünftigen Lobby daherkommt, begnügen.

Dennoch schade, dass das Sofa-Spionieren wegrationalisiert wurde. Trotzdem: Die Koop-Missionen sind ein guter Mix aus Schleichen und brachialer Aktion, die hier weitaus häufiger an den Tag gelegt wird als innerhalb der Kampagne. Das finden wir ehrlich gesagt schade, da der Ghost-Stil gerade zu zweit ungeheuer viel Spaß machen kann. In einigen Leveln gibt man aber recht schnell den sprichwörtlichen Geist auf, da der Angriff einer zehnköpfigen gepanzerten Armee eben nicht mit Stealth-Knockouts zu managen ist.

Neben dem Online-Koop kann man sich noch in den Kampf zwischen Söldnern und Spionen begeben. In Viererteams geht es hier gegeneinander, während die Ausrüstung und das taktische Vorgehen mindestens genauso wichtig sind wie im Einzelspieler.

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Samy Schick?


Dieser „Splinter Cell“-Teil überzeugt mit seiner guten Atmosphäre, die durch das Spiel aus Schatten & Licht sowie dem guten und dynamischen Soundtrack entsteht. Wachen, die sich über diverse Dinge unterhalten und eine gute Geräuschkulisse runden die Spionagesache wunderbar ab. Dennoch ist der Titel aus grafischer Hinsicht kein Meisterwerk. Einige Dinge sind hübsch anzusehen, aber gerade die etwas eingefrorene Mimik und Gestik sämtlicher Charaktere hat man schon besser gesehen. Hier und da sind außerdem kleinere Bugs zu finden, die uns vor allem im Zug-Level aufgefallen sind. Insgesamt tut dies aber dem Spielvergnügen keinen allzu großen Abbruch.

Das GamePad wird unterdessen recht ordentlich in das Geschehen einbezogen. So lassen sich zum Beispiel Ausrüstungsgegenstände via Berührung auswählen. Auch der Blick unter einer Tür hindurch geschieht mittels zweitem Bildschirm.
Weiterführende Links: Forum-Thread

Fazit & Wertung

„Tom Clancy's Splinter Cell Blacklist“ ist für alle Action- und Stealth-Freunde mit Sicherheit ein wahrer Pflichtkauf. Innerhalb der Serie gehört dieser Ableger ebenso zur Oberklasse und kann somit auch Serienfans empfohlen werden. Für kontaktfreudige Wii U-Besitzer dürfte der fehlende Splitscreen-Koop der wohl größte Kritikpunkt sein und zieht auch bei uns die Minen nach unten. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Spiel, das mit großem Umfang und einem guten Spielprinzip glänzt.

Bisher gibt es einen Kommentar

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  • Avatar von Sepo
    Sepo 17.09.2013, 20:31
    Hört sich ja gar nicht mal so schlecht an. Das Spiel kann ich aber wegen der Altersbeschränkung wohl erst in drei Jahren spielen. Vielleicht hole ich bis dahin ja noch einige der Tom-Clancy's-Splinter-Cell-Teile, die ab 16 sind, nach.